icon-tiere-schweineSchweine

Zuchtmethoden

Reinzucht und Kreuzung (am Beispiel von Schweinen)

Unter Zucht ist das bewusste Paaren von Tieren auf ein bestimmtes Zuchtziel hin zu verstehen. Sie muss nach bestimmten Regeln durchgeführt und mit einer scharfen Selektion (Auswahl der geeignetsten Tiere) verbunden sein.

Das Zuchtziel wird unter anderem bestimmt von:

  • den Gewohnheiten der Verbraucher
  • den Wünschen des Marktes
  • der Wirtschaftlichkeit

Reinzucht

Bei Reinzucht werden Tiere einer Rasse gepaart. Die Rasse wird somit erhalten.

So funktioniert Reinzucht

Bei der Reinzucht sollen sowohl die äußeren Merkmale als auch die Anlagen für erwünschte Nutzungseigenschaften auf die Nachzucht sicher vererbt werden.
Eine Form der Reinzucht ist die Reinzucht in geschlossenen Populationen, auch Inzucht genannt (Paarung von verwandten Tieren). Mäßige Inzucht ist unbedenklich, kann sogar nützlich sein, wenn die Tiere gute Erbanlagen besitzen und frei von Erbfehlern sind. Engste Inzucht (Inzestzucht) ist dagegen auf alle Fälle abzulehnen, weil damit meist Erbfehler und Fruchtbarkeitsschäden hervorgerufen werden. Sie wird in landwirtschaftlichen Betrieben auch kaum angewandt. Die Reinzucht in offenen Populationen (Paarung von nicht verwandten Tieren) ist dagegen unbedenklich.

Reinzucht

Kreuzung

Kreuzung ist die Paarung von Tieren verschiedener Rassen. Die gezielte Kreuzung, z.B. von verschiedenen Schweinerassen, kann Heterosiseffekte (verstärkte Eigenschaften bei Mischlingen in der ersten Kreuzungsgeneration) in den Merkmalen Fruchtbarkeit, Vitalität, Zuwachs und Futterverwertung bringen.

Planloses Kreuzen hat mit Sicherheit zur Folge, dass sich die verschiedenen Erbanlagen aufspalten und die Nachzucht unausgeglichen ist. Der Erfolg jeder Kreuzung hängt von der vorherigen züchterischen Bearbeitung der Ausgangsrassen und von deren Testung auf Kombinationseignung ab.

Bei der Hybridzucht werden die Rassen, bzw. Linien, nur für die Erzeugung von Kreuzungstieren gehalten.

Nachfolgend stellen wir einige der gängigen Kreuzungsmethoden vor:

Einfachkreuzung

(2 Rassen)

Die Zweirassenkreuzung ist die einfachste Form der Gebrauchskreuzungen. Sie ist weit verbreitet, weil sie einfach zu handhaben ist und läßt dem Landwirt seine Unabhängigkeit, weil er sie selbst durchführen kann.

EberSau

Reinzucht


z.B.
Pietrain

z.B.
Deutsche
Landrasse

Einfachkreuzung (Zweirassenkreuzung):

 

Tiere aus Reinzucht

Kreuzungsstufe

Mastprodukt

Rückkreuzung

Rückkreuzung

(2 Rassen)

Diese Zuchtmethode ist auf die Ausnutzung von Heterosiseffekten nicht als optimal zu betrachten. Sie hat in der Schweinezucht so gut wie keine Bedeutung.

EberSauEber

Reinzucht

Rückkreuzung:

Tiere aus Reinzucht:

1. Kreuzungsstufe

F1 Kreuzungssau
Eber aus Reinzucht

2. Kreuzungsstufe

Mastprodukt

Dreiwegkreuzung

Dreiwegkreuzung

(3 Rassen)

Da die verwendete Sau bereits ein Kreuzungsprodukt ist, ist sie der der Einfachkreuzung überlegen, setzt aber Sauen-Nachkauf voraus.

EberSauEber

Reinzucht


z.B.
Deutsches
Edelschwein

z.B.
Deutsche
Landrasse

z.B.
Pietrain

Dreiwegkreuzung:

 

Tiere aus Reinzucht

1. Kreuzungsstufe

F1- Kreuzungssau
Eber aus Reinzucht

2. Kreuzungsstufe

Mastprodukt (F2)

Vierwegkreuzung

Vierwegkreuzung

(4 Rassen)

Mutter und Vater des Endproduktes sind Kreuzungen. Maximale Ausnutzung des Heterosiseffektes. Erfordert starke Zusammenarbeit verschiedener Betriebe in einem organisierten Programm.

EberSauEberSau

Reinzucht


z.B.
Deutsches
Edelschwein

z.B.
Deutsche
Landrasse

z.B.
Pietrain

z.B.
Hampshire

Vierwegkreuzung:

 

Tiere aus Reinzucht

1. Kreuzungsstufe

F1-Tiere

Kreuzungssau
Kreuzungseber

2. Kreuzungsstufe

Mastprodukt

Wechselkreuzung

Wechselkreuzung

(2 Rassen)

Benötigt genetisch nicht verwandte Rassen, die vergleichbare Leistungen zeigen.
Da die Wechselkreuzung nur 2 Rassen verwendet, ist sie die einfachste Form der Rotationskreuzung.

EberSauMastschwein
1. Generation
2. Generation
3. Generation
4. Generation
Rotationskreuzung

Rotationskreuzung

(2 bis 4 Rassen)

Schafft robuste Sauen zur Bestandsergänzung. Die Verwendung eines Endproduktebers einer vierten Rasse kann Vorteile für die Mast- und Schlachtleistunge des Endproduktes bringen. Theoretisch könnten auch mehr als 4 Rassen eingesetzt werden, was aber keine Leistungssteigerung mehr zur Folge hätte.
Die einfachste Form der Rotationskreuzung ist die Wechselkreuzung.

EberSauMastschwein
1. Generation
2. Generationzucht_r2.gif (827 Byte)
3. Generationzucht_r2.gif (827 Byte)zucht_r3.gif (853 Byte)
4. Generationzucht_r3.gif (853 Byte)zucht_r4.gif (835 Byte)