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"Wie wohl fühlen sich unsere Tiere?"Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass landwirtschaftliche Nutztiere nicht wie Zoo- oder Kuscheltiere, aber auch nicht wie Wildtiere gehalten werden können. Die Bauern leben seit Jahrhunderten mit ihren Nutztieren unter einem Dach oder zumindest auf der Hofstelle zusammen und kennen die Bedürfnisse ihrer Tiere. Unsere landwirtschaftlichen Nutztiere haben spezifische Ansprüche, die mit denen frei lebender Tiere nicht oder nur zum Teil vergleichbar sind. Tierschutz und Tierhaltung:
Die modernen Haltungssysteme werden durch unterschiedliche Gestaltungen den Bedürfnissen der Tiere angepasst, so z.B. mit Spielelementen, Scheuer- und Bürstenständen bei Schweinen, um den Tieren Beschäftigung zu bieten. Eine Aufteilung in verschiedene Bereiche (Liege-, Aktivitäts-, Kot- und Fressbereich) innerhalb des Stalls ist in modernen Haltungssystemen auch ohne aufwendige Trennmechanismen möglich. Hier erfolgen laufend Verbesserungen im Sinne des Tierschutzes. In der Milchviehhaltung ist durch die Einführung der Boxenlaufställe in den letzten 25 Jahren viel erreicht worden. Die Tiere haben freie Bewegung das ganze Jahr über. Die Anbindehaltung ist aber auch eine akzeptable Form der Unterbringung, zumal in den Sommermonaten ein Ausgleich durch Weidehaltung geschaffen wird. Die Kombination Boxlaufstall und Melkroboter in Verbindung mit einer ad libitum Fütterung (= Futter zur freien Verfügung) fördert die Ruhe im Stall und ist somit stressmindernd. Der Melkroboter kommt dem Bedürfnis der Kühe nach mehrmaligen Milchentzug pro Tag durch die frei gestaltete Zugänglichkeit sehr entgegen. Die Kühe suchen den Melkroboter ca. 3 bis 4 mal pro Tag auf. Traditionell werden Kühe 2 x pro Tag gemolken. Nur durch gute Haltungssysteme lassen sich gute Leistungen erzielen.
Schlechte Haltungsformen mindern automatisch die Leistung. Die
Verbraucher geben teilweise auch Haltungsformen vor. So führen z.B.
Offenställe bei Mastschweinen zumindest im Winter zu einem
ungünstigeren Fleisch-Fett-Verhältnis. Diese Tiere sind vom Markt,
d.h. vom Verbraucher, nicht gewünscht. Natürlich ist die Akzeptanz der Verbraucher wichtig; darum öffnen die Landwirte ihre Hoftore, um die Produktion offen darzulegen. Dieses erfolgt mittlerweile auf breiter Basis - stärker als in anderen Wirtschaftsbereichen. Es ist eine Entwicklung zu größeren Einheiten zu beobachten. Das
hat folgende Gründe: In der Schweineproduktion ist von Bedeutung, dass der Schweinemäster große und einheitliche Partien von Ferkeln mit hohem Hygienestandard erhält. Das ist Grundvoraussetzung für eine gleichmäßige, einheitliche Leistung und gute Tiergesundheit. Die Verbraucher sind leider nicht bereit, aufwendigere und teurere
Haltungsverfahren zu bezahlen. Der Budgetanteil für Lebensmittel ist im
Jahr 2000 auf unter 16 % abgesunken. Die Masse der Verbraucher kauft
anonym und in erster Linie preisbewusst.
Genauso stellt sich die Situation in der Kälbermast. Die über die EU-Vorschriften hinausgehenden Anforderungen an die Kälberhaltung und -fütterung haben zu Problemen hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit geführt. Tierschutz und Tierzucht:Landwirtschaftliche Nutztiere sind domestiziert und in Jahrhunderten der Züchtung auf die vom Menschen gewünschten Leistungen hin selektiert worden. Die Frage der Züchtung und Züchtungsmethoden ist somit nicht eine Angelegenheit der Gegenwart, sondern historisch gewachsen. Hier sind die Wissenschaft, die Tierzucht- und Tierschutzorganisationen sowie die Politik gefordert, unerwünschte Zuchtprodukte zu verhindern (Qualzucht). Ethikkommission beim Deutschen Bauernverband:
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