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Das Leben eines Mastschweins

Das Leben eines Mastschweins

Wie lebt ein Mastschwein auf dem Bauernhof? Wir blicken zusammen hinter die Kulissen eines Bauernhofs mit Mastschweinen.

Allgemein

Gewichtsverlauf eines Mastschweins

Ein Mäster bekommt 2,7 Mal pro Jahr Schweine. Das bedeutet, dass er ca. alle 19 Wochen neue Schweine in den Maststall einstallt. Entweder kauft der Mäster die Schweine von einem landwirtschaftlichen Betrieb, der Zuchtsauen hat, zu oder er übernimmt sie aus dem eigenen Betrieb, wenn der Landwirt außer den Mastschweinen auch Ferkel erzeugt.

Über die einzelnen Gewichtsabschnitte erfahrt ihr im Folgenden mehr:

Hier erhälst du einen Eindruck der Atmosphäre in einem Maststall

Tag 0 - Das Einstallen

 

 

 

Ferkel

Das Leben des Mastschweins fängt mit dem Einstallen in den Maststall an. Hier werden die Schweine mit mehr als 25 kg in Buchten eingestallt. Die Anzahl der Tiere in den Buchten ist von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich und liegt zwischen 10 und 40 Tieren. Wenige Betriebe haben sogenannte „Mega-Gruppen“, wo 200 bis 400 Tiere in einer großen Bucht zusammen leben.

Erfahre mehr zum Einstallen der Ferkel

Treibmaterial für Schweine

Die Ferkel werden mit Hilfe eines Treibbretts und eines Treibpaddels schonend in die Buchten eingestallt. In dem Treibpaddel sind oft kleine Kugeln eingebaut, so dass der vordere Teil (Rot) zu einer Rassel wird und die Schweine wie von alleine laufen.

Tag 1 - Die Vormast

Gewicht in Prozent

Die Vormast beginnt mit dem Einstallen. Hier wird ein ähnliches Futter wie im Ferkelbereich eingesetzt. Die Schweine müssen sich nach dem Transportstress nicht an ein komplett anderes Futter gewöhnen und fühlen sich wie zu Hause. Außerdem haben die Schweine immer Zugang zu frischem Wasser. Dies wird durch Tränken gewährleistet, die sich in der Bucht befinden. Für 12 Tiere wird eine Tränke gesetzlich vorgeschrieben.

Erfahre mehr zur Wasserversorgung der Schweine

Doppeltränke

In diesem Bild sieht man eine Doppeltränke. Hier können zwei Schweine gleichzeitig trinken.

Schwein beim Trinken

Das Schwein trinkt Wasser aus einer einfachen Tränke. Der Hals des Schweins ist gestreckt. So kann das Tier bequem Flüssigkeit zu sich nehmen.

So versorgt sich ein Schwein mit Wasser:

Tag 30 - Die Mittelmast

Erreichtes Gewicht in Prozent des Schlachtgewicht

Die Schweine wachsen weiter und sind ca. 14 Wochen alt. Sie haben ein Gewicht von ca. 48 kg erreicht. Mit dem angebrachten Spielzeug kommen die Schweine ihrem natürlichen Erkundungsverhalten nach und vertreiben sich die Zeit. Als positiver Nebeneffekt ergibt sich die Förderung des Sozialverhaltens. Die Tiere bearbeiten das veränderbare Material durch Kauen und Lecken. Außerdem werden Artgenossen benachbarter Buchten zum Spielen angeregt, wenn das Beschäftigungsmaterial an der Trennwand zwischen zwei Buchten angebracht wird.

Erfahre mehr zum Beschäftigungsmaterial

Beschäftigungsmaterial

Das veränderbare Material wird mit Hilfe einer Kette an der Buchtentrennwand befestigt.

Spielende Schweine

Die Schweine können sich alleine oder mit mehreren Artgenossen beschäftigen, während andere sich lieber eine Pause gönnen.

Beschäftigungsmaterial

Hier sind die Materialien zusätzlich an einem beweglichen Brett befestigt. Dies dient als Wippe. Wenn die Schweine sich mit der Kugel oder dem Klotz beschäftigen, werden die Schweine in der benachbarten Bucht durch das Wackeln zum Spielen animiert.

Hier gibt es einen kleinen Einblick, wie die Schweine sich mit dem Material beschäftigen.

Tag 60 - Die Endmast

Gewicht

Mit ca. 75 kg und einem Alter von 19 Wochen kommen die Schweine in den letzten Abschnitt der Mast. Nach 60 Masttagen haben die Schweine ihre leistungsstärkste Phase. Sie nehmen pro Tag ca. 920 Gramm zu. Die Mastschweine brauchen ca. 2,4 kg Futter täglich, um diesen Gewichtszuwachs zu erreichen (Futterverwertung).

Erfahre mehr zur Futterversorgung der Schweine

Quertrog

Die Mastschweine warten am Trog auf das Futter. Bei einer Flüssigfütterung werden Futter und Wasser vermischt und zum passenden Trog gepumpt (mehr erfahrt ihr unter Fütterung). An einem Quertrog, wie hier zu sehen, werden zwei Buchten zusammen gefüttert. Durch das graue Roh, die Futterleitung, kommt das flüssige Futter in den Trog.

Trog Senosorfütterung

Hier ist ein Trog einer Sensorfütterung zu sehen (mehr dazu unter Fütterung). Die Schweine haben bei dieser Art der Fütterung keine festen Mahlzeiten. Ein Sensor misst, ob der Trog voll oder leer ist. Ist der Trog leer, bekommen die Schweine eine weitere Portion des Futters. Um den Trog herum sind Fliesen geklebt. Sie dienen zum Schutz der Spalten, der sonst durch das saure Futter angegriffen wird. Außerdem fällt herausgewühltes Futter aus dem Trog nicht gleich durch die Spalten die Gülle, sondern kann von den Fliesen durch die Schweine aufgenommen werden. Bei dieser Fütterung kann man beobachten, dass einige Schweine fressen während die anderen in der Bucht herum toben. Jedes Schwein kann somit für sich entscheiden, wann es fressen möchte und wann nicht.

Tag 90 - Das Aussortieren

Erreichtes Gewicht in Prozent vom Schlachtgewicht

Ab dem 90sten Tag auf dem Mastbetrieb haben die ersten Schweine das Endgewicht von um die 118 kg erreicht. Somit werden sie aussortiert und mit dem Viehtransporter zum Schlachthof gebracht.

Erfahre mehr zum Aussortieren der Mastschweine

Das Schwein ist neugirig, was da auf dem Gang passiert. Einige Schweine sind gekennzeichnet. Sie haben das Endgewicht schon erreicht und werden vorzeitig zum Schlachten aussortiert. Die nicht markierten Tiere bleiben im Stall bis sie das passende Gewicht erreicht haben.

Markierte Schweine

Tag 110 - Das Ausstallen

Nach ca. 110 Tagen haben alle Schweine eines Durchgangs das Schlachtgewicht erreicht. Sie werden ausgestallt, verladen und mit dem LKW zum Schlachthof gefahren. Jetzt ist das Reinigen der Ställe an der Zeit. Wie das gemacht wird, erfahrt ihr unter Reinigung.

Erfahre mehr zum Verladen der Mastschweine

Verladerampe vor einem Maststall

Hier wird eine Verladerampe gezeigt. Der Viehtransporter fährt rückwärts an die Rampe und lässt eine Klappe herunter. Die beiden Wände (grau) werden seitlich an die Heckklappe des Transporters gestellt, so dass die Schweine nicht weglaufen können. Durch diese Erhöhung können die Schweine bequem verladen werden ohne einen großen Höhenunterschied überbrücken zu müssen.