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Pinzgauer

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Pinzgauer

Wie so häufig bei den alten Landrassen lässt sich der Name dieser Rinderrasse aus dem ursprünglichen Verbreitungsgebiet ableiten. Im Salzburger Land, dem 'Pinzgau', wurde diese Rinderrasse bereits 1846 als Pinzgauer Fasl oder Schlag genannt.

Das Verbreitungsgebiet der Pinzgauer liegt heute vor allem im österreichischen Pinzgau, der südbayerischen Region um Traunstein sowie seit Grenzöffnung in den neuen Bundesländern, hauptsächlich in Mecklenburg-Vorpommern.

Weltweit sind ca. 1,3 Mio. Tiere in 25 Staaten vertreten. Diese Zahlen mögen sehr hoch erscheinen, doch ist der Bestand an reinrassigen Tieren von ehemals 85 000 Tieren allein in Bayern innerhalb der letzten hundert Jahre auf ca. 1000 Pinzgauer zurückgegangen. Verdrängt wurde diese Rasse von dem sich stark ausbreitenden Fleckvieh.

Das heutige Erscheinungsbild der Pinzgauer ist ein mittelgroßes, kräftiges Rind mit auffallend langem Rücken, kastanienbrauner Färbung und dem charakteristischen weißen Rückenstreifen, der über die Hinterseite der Oberschenkel, den Schwanz, Bauch und Unterbrust verläuft. Die Klauen und das Flotzmaul sind dunkel. Die Tiere tragen stattliche helle Hörner mit schwarzen Hornspitzen.

Das ursprüngliche Dreinutzungsrind wurde mit zunehmender Industrialisierung der Landwirtschaft in ein Zweinutzungsrind mit gleichmäßiger Betonung von Fleisch und Milch umgezüchtet. Die durchschnittliche Milchleistung der Kühe aus Milchleistungsbetrieben liegt im Leistungsprüfjahr 1993/94 bei 4347 kg Milch mit 3,85% Fett, 3,32% Eiweiß und einer Laktationsdauer von 307 Tagen.

Neben dem Milchgeld war für die Pinzgauer-Halter schon immer der Erlös aus dem Verkauf von Nutz- und Schlachtieren eine wichtige Einnahme. Die Mastendgewichte der Pinzgauer Rinder liegen im Bereich des Fleckviehs. Unterschiede sind jedoch in der weniger kräftig ausgebildeten Keule zu erkennen. Hierdurch erreichen die Pinzgauer eine geringere Handelsklasseneinstufung als das Fleckvieh. Da sich in der Zukunft der Trend zu mehr Qualitätsfleisch fortsetzen wird, bestehen auch hier für die Pinzgauer weiterhin beste Absatzmöglichkeiten. Ihre besonders gute Fleischqualität mit der vorteilhaften Marmorierung des Fleisches wird immer mehr und nicht nur Delikatessbereich geschätzt.

In den 90er Jahren nahm die Zahl der Pinzgauer Züchter wieder zu. Dies wurde wohl mitunter durch die staatlichen Extensivierungsprogramme, aber auch durch die zahlreichen Betriebsumstellungen auf extensive Mutterkuhbetriebe begünstigt.
Hier liegt auch die Chance der Pinzgauer Rasse. Bei der Mutterkuhhaltung können die Qualitäten dieser alten Rasse voll zur Entfaltung kommen. Nicht nur die typischen Merkmale alter Rinderrassen wie gute Fruchtbarkeit, Langlebigkeit, gute Grundfutterverwertung und dergleichen, sondern auch ihre bestechende Gutmütigkeit im Umgang mit den Menschen und in der Herde begeistern immer mehr Züchter.
Gerade die gute Milchleistung ermöglicht eine optimale Versorgung der Kälber bei der Aufzucht. Die Tageszunahmen liegen zwischen 1 000-1 400 g/Tag.

Besonders hervorzuheben sind auch die Ammeneigenschaften dieser Rasse. In der Regel kann einer Pinzgauer Kuh ab der 4.-5. Kalbung ohne weiteres ein Ammenkalb anvertraut werden. Nach einer ca. 1wöchigen Angewöhnungsphase wird das fremde Kalb völlig akzeptiert.

Durch die jahrhundertlange Zucht in Bergregionen, zeichnet sich die Pinzgauer Rasse auch durch eine extreme Klimarobustheit aus. Extreme Temperaturschwankungen, Hitze oder auch Kälte werden bestens vertragen. Die Tiere können ohne Probleme sehr extensiv gehalten werden. Dank ihrer harten Klauen, sind selbst bis ins hohe Alter auch bei unregelmäßiger Klauenpflege hier keinerlei Probleme zu erkennen.

Das Pinzgauer Rind ist also unter Berücksichtigung ihrer besonderen Merkmale eine vielseitig einsetzbare Rinderrasse.

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Produktion:
4500 kg Milch
3,9% Fett
3,3% Protein

Körpergewicht:
750 und mehr
Kreuzhöhe:
über 140 cm

Merkmale:
• Zweinutzungsrind 
• gute Ammen-
eigenschaften

Verbreitung:
Süd- und Ost- Deutschland

ca. ?? Kühe in der BRD

© WLV + Bauernhof.net 2014

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