Verbraucher
geben einen immer kleineren Teil ihres Einkommens für
Nahrungsmittel aus
Der Anteil der Ausgaben für Nahrungsmittel an den gesamten
Konsumausgaben nimmt seit Jahren ab. Im Jahr 2002 gaben die
privaten Haushalte in Deutschland nur noch 12,1 Prozent ihrer
Konsumausgaben für Nahrungsmittel aus. Auf alkoholische
Getränke und Tabakwaren entfielen weitere 4,0 Prozent. Der
Grund für den Rückgang des Anteils der Nahrungsmittelausgaben
liegt in den Einkommenssteigerungen und in dem vergleichsweise
geringen Anstieg der Nahrungsmittelpreise. Der höhere
Lebensstandard kommt besonders in zunehmenden Ausgaben für
Freizeitaktivitäten und Wohnen zum Ausdruck.
Kaufkraft der Lohnstunde steigt ständig
Seit 1950 sind die Löhne um das 18fache, die
Brotpreise um das 8fache gestiegen, die Weizenpreise aber
deutlich zurückgegangen Von 1950 bis 2002 hat sich der
Nettostundenverdienst eines Industriearbeiters mehr als
verachtzehnfacht (18,2fach). Da die Brotpreise nur um das
8,4fache gestiegen sind, konnte sich der Industriearbeiter für
seinen Stundenlohn 2002 mehr als doppelt soviel Brot (5,4 kg)
kaufen wie noch vor 50 Jahren. Der Weizenerzeugerpreis dagegen
liegt um fast ein Drittel unter dem Niveau von 1950. Ein
Weizenerzeugerpreis um die 11 Euro je Doppelzentner (ohne
MwSt.) - wie zur Ernte 2003 - macht nur noch 5 Prozent des
Brotpreises (dunkles Mischbrot) aus. Demgegenüber waren es
1950 entsprechend noch zwei Drittel des Brotpreises.
Wären die
Weizenpreise seit 1950 genauso stark gestiegen wie die
Inflationsrate, dann hätten die Erzeuger für einen
Doppelzentner Weizen im August 2003 73 Euro je Doppelzentner
erlösen können.
Deutsche Nahrungsmittel im EU-Vergleich relativ
preisgünstig
Die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel einschließlich
Getränke und Tabakwaren sind im EU-Vergleich in Deutschland
mit am günstigsten. Ein vergleichbarer Warenkorb mit
Nahrungsmitteln ist nur in Griechenland, Portugal und Spanien
deutlich preisgünstiger als in Deutschland zu bekommen. Am
tiefsten ins Portemonnaie müssen die Bürger der Nachbarländer
im Norden Europas greifen. Die Dänen zum Beispiel zahlen gut
ein Viertel mehr als die Bürger im EU-Durchschnitt.
Quelle: Situationsbericht 2004
des Deutschen Bauernverbandes |