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Grundwissen

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Grundwissen (Boden, Düngung, Tierhaltung, ...)

Landschaft

Der Landwirt ist darauf bedacht, daß die Landschaft durch Hecken, Feldgehölze, Einzelbäume und Baumreihen gegliedert ist, denn eine gegliederte Landschaft ist Voraussetzung für ein schönes Landschaftsbild, für ein gutes Kleinklima und für Artenreichtum bei Pflanzen und Tieren. Die landwirtschaftlich genutzten Flächen müssen aber auch so groß sein, daß sie wirtschaftlich und mit möglichst geringem Energieeinsatz bewirtschaftet werden können.

Boden

Der Boden wird so bearbeitet und bewirtschaftet, daß er den Kleinlebewesen beste Lebensbedingungen bietet. Das Regenwasser muß gut in den Boden eindringen und versickern können, und das Grundwasser muß wieder bei Trockenheit durch feine Haarröhrchen (Kapillaren) nach oben steigen können (wie bei einem Löschblatt). Richtige Fruchtfolge und optimaler Ph-Wert (Säuregrad) sind weitere Voraussetzungen für einen guten Bodenzustand (Bodengare). Der Boden ist die wichtigste Lebensgrundlage eines bäuerlichen Betriebes, deshalb sind alle Bewirtschaftungsmaßnahmen auf eine dauerhafte Bodengesundheit angelegt.

Düngung

Die Düngung erfolgt in erster Linie mit wirtschaftseigenem Dünger, z.B. mit Mist und Gülle. Dadurch wird der natürliche Kreislauf der Pflanzennährstoffe zum großen Teil wieder hergestellt. Der Teil der Nährstoffe, der dem Kreislauf durch den Verkauf landwirtschaftlicher Produkte entzogen wird, muß durch Mineraldünger (der fälschlicherweise auch Kunstdünger genannt wird) ersetzt werden. Mineraldünger kann die Nährstoffe Kalk, Phosphor, Kalium und Stickstoff, sowie Spurennährstoffe wie z.B. Magnesium, Natrium und Kupfer enthalten. Bei einem Mangel dieser Nährstoffe im Boden käme es zwangsläufig zu einem Mangel dieser lebenswichtigen Mineralien in den Pflanzen und damit auch in den Futter- und Lebensmitteln. Deswegen wird der Boden auch regelmäßig auf Nährstoffe hin untersucht (Bodenproben).

Pflanzenschutz

Der Pflanzenschutz ist im Pflanzenbau genau so wichtig wie die Medizin im menschlichen Bereich. Krankes oder mit Pilzen befallenes Getreide behandelt der Landwirt mit einem Fungizid (Mittel gegen Pilzbefall), denn dieses Korn wäre für die Ernährung sonst nicht geeignet und ließe sich auch nicht verkaufen. Gesundes, möglichst ungehindertes Wachstum der Kulturpflanzen ist von besonderer Bedeutung. Wildkräuter im Kulturpflanzenbestand entziehen den Kulturpflanzen Licht, Luft, Wasser und Nährstoffe. Dadurch werden Erträge und Qualität gemindert. Sie werden durch entsprechende Bodenbearbeitung, mechanischer Bestandspflege und evtl. durch Einsatz selektiver Herbizide (Mittel gegen Wildkräuter) am Wachstum gehindert. Wichtig: Alle Pflanzenbehandlungsmittel müssen aber schnell abbaubar sein und es dürfen keinesfalls gesundheitsschädliche Rückstände verbleiben.

Integrierter Landbau

Alle geeigneten Verfahren des Acker- bzw. Pflanzenbaus (z.B. Bodenbearbeitung, Düngung) werden standortgerecht aufeinander abgestimmt. Dabei werden sowohl die ökologischen als auch die ökonomischen Erfordernisse berücksichtigt.

Tierzucht

In der freien Natur vermehren sich in der Regel nur Tiere, die gesund und widerstandsfähig sind. Bei den Nutztieren muß der Mensch die Auswahl treffen, um die geeigneten Tiere für die Lebensmittelgewinnung zu erhalten. Diesen Vorgang nennt man Zucht.

Tierhaltung

Möglichst artgerechte Tierhaltung ist für den verantwortungsbewußten Landwirt eine Selbstverständlichkeit, denn nur wenn sich die Tiere wohlfühlen, können sie sich normal entwickeln, sind gesund und leistungsfähig. Das Anwendungsverbot von Wachstums- und Leistungshormonen in der Tierhaltung ist ganz im Sinne der Landwirte.

Fütterung

Bei der Fütterung muß der Bedarf der Tiere optimal gedeckt werden. Dazu ist es wichtig, daß die Struktur des Futters, die Verdaulichkeit, der Trockensubstanzgehalt, das Eiweiß-Stärke-Verhältnis und einiges mehr auf die jeweilige Tierart abgestimmt ist. Bei Milchkühen muß die Futterration immer auf die Milchleistung abgestimmt sein. Gibt eine Kuh z.B. 20kg Milch pro Tag, so benötigt sie neben ca. 70kg Gras auch noch etwa 2,5kg Ergänzungsfutter (z.B. Getreide).

Qualität

Was Qualität ist, bestimmt letztlich der Verbraucher durch sein Kaufverhalten. Bei Fleisch z.B. ist eine zu große Fettauflage unerwünscht, deshalb muß der Landwirt bestrebt sein diesem Verbraucherwunsch nachzukommen. Beim Getreide sind die Beschaffenheit des Kornes, die Feuchtigkeit und der Fremdbesatz entscheidende Qualitätskriterien. Von der Milch erwartet man, daß sie rückstandsfrei, keimarm und sauber ist. Außerdem sind die Inhaltsstoffe, wie Fett- und Eiweißgehalt die Wertmaßstäbe, nach denen der Auszahlungspreis errechnet wird.

Ausbildung

Um einen landwirtschaftlichen Betrieb zu führen, muß der Landwirt eine umfangreiche Ausbildung absolvieren. Der Beruf des Landwirts ist ein Lehrberuf wie jeder andere auch. Doch der Beruf als Landwirt erfordert eine besonders umfangreiche Ausbildung. Als Lehrfächer gibt es z.B. Bodenkunde, Pflanzenkunde, Pflanzenernährung, Umweltschutz, Tierhaltung, Tierernährung, Vererbungslehre, Tierkrankheiten, Landtechnik, Unfallschutz, Baukunde, Betriebswirtschaft, Buchführung, Rechtsvorschriften und Gesetzeskunde, um hier nur einige zu nennen. Wer staatlich geprüfter Landwirt oder Landwirtschaftsmeister ist, darf auf seinem Betrieb auch Lehrlinge ausbilden.

Zusammenfassung

Der Landwirt arbeitet im Einklang mit der Natur. Sein Kapital, die Tiere, der Boden, die Maschinen und Gebäude, werden sorgsam gepflegt. Um wirtschaftlich Erfolg zu haben, werden teuere Pflanzenbehandlungsmittel und Zukaufdüngemittel in möglichst geringen Mengen und unter Berücksichtigung des Integrierten Landbaus ausgebracht. Der Verbraucher hat durch sein Kaufverhalten ein hohes "Mitspracherecht" bei der Produktion von Nahrungsmitteln.

Walter Panne, Halver

 

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