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7 Fakten

Anteil an den Verbraucherausgaben sinkt

Von einem Euro, den Verbraucher heute für Nahrungsmittel ausgeben, erhält die Landwirtschaft noch 25,4 Cent. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1950, lag der Anteil der Verkaufserlöse der Landwirtschaft noch bei über 60 Prozent. Am höchsten ist der Anteil heute noch bei Milch und Milcherzeugnissen (45,4 Prozent), am geringsten bei Brot (5,4 Prozent).

Kürzer arbeiten für mehr Essen

Zum Ausdruck kommt diese Entwicklung auch in der Zeit, die Menschen in Deutschland heute noch für ihre Lebensmittel arbeiten müssen. Von 1950 bis 2013 hat sich der Nettostundenverdienst eines Industriearbeiters mehr als verzweiundzwanzigfacht. Da die Brotpreise nur um das Zehnfache gestiegen sind, kann sich der Industriearbeiter für seinen Stundenlohn heute (2013) mehr als doppelt soviel Brot kaufen wie noch vor gut 60 Jahren.

Der Weizenerzeugerpreis lag in der zweiten Hälfte 2013 auf dem Niveau von 1950; bezogen auf das Endprodukt erlöst der Landwirt nur 6 bis 7 Prozent. Demgegenüber waren es 1950 entsprechend noch zwei Drittel des Brotpreises. Wären die Weizenpreise seit 1950 genauso stark gestiegen wie die Inflationsrate, dann könnten die Erzeuger für einen Doppelzentner (100 kg) heute etwa 86 Euro erlösen.

Landwirtschaft wird immer produktiver

Die Landwirtschaft in Deutschland schafft es, mit immer weniger Fläche alle Menschen gut zu ernähren. Nur noch 1/3 der Fläche eines Fußballfeldes wird gebraucht, um einen Menschen mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Um 1900 brauchte man noch dreimal so viel. Gleichzeitig arbeiten – dank moderner Technik –  immer weniger Menschen in der Landwirtschaft.

Fortschritte in der Pflanzenzüchtung und die kontinuierliche Weiterentwicklung des Ackerbaus machte in der Vergangenheit große Steigerungen der Hektarerträge möglich. Auch heute noch steigen die Erträge kontinuierlich an – um etwa zwei Prozent pro Jahr.

Auch die Leistung der Tiere ist im Verlauf der vergangenen 100 Jahre kontinuierlich gestiegen. Verantwortlich hierfür sind Fortschritte in der Zucht, bessere Haltung, ausgefeiltere Produktionsprozesse und nicht zuletzt eine bessere Ausbildung von Bäuerinnen und Bauern.