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Das Mais-Tagebuch

Der Maisanbau - von der Aussaat bis zur Ernte

Hier werdet Ihr regelmäßig über den Maisanbau informiert. Aktuelle Bilder vom Feld zeigen, was mit der Maispflanze geschieht.

VIel Spaß beim Stöbern

Maisanbau in Reihen

Maiskorn zwei Wochen nach der Aussaat

Drei Wochen nach der Aussaat

Fünf Wochen nach der Aussaat - Mais und Unkraut wachsen

Erste und einzige Pflanzenschutzmaßnahme

Sechs Wochen nach der Aussaat

Langsam schließen sich die Reihen

Der Mais blüht

Der Maiskolben

Kurz vor der Abreife...

Die Ernte

Stoppeln mulchen

Die Vorbereitung auf die Aussaat

Das StripTill Verfahren

Das modernste Anbauverfahren im Mais nennt man StripTill Verfahren. Das ist Englisch und heißt, dass der Landwirt nur die Streifen bearbeitet, wo das Saatgut hinterher abgelegt wird. Die Zwischenfrüchte, die zur Überwinterung auf dem Acker gesät wurden, sind über den Winter abgestorben und verbleiben auf dem Feld. Die Düngung und die Lockerung vor der Aussaat erfolgt ebenfalls in diesen Reihen. Der organische Dünger, die Gülle, wird bei diesem Verfahren als sogenannte Gülleunterfußdüngung in Streifen in den Boden gelegt. Der Abstand zur Oberfläche beträgt etwa 10 – 12 cm. Auf der aktuellen Fläche wurden am 12.04.2016  30 m³ (1m³ = 1.000 Liter) Schweinegülle pro ha (1ha = 10.000 m²) ausgebracht.

Gülleunterfußdüngung

Die Aussaat

Mais legen

Am 20.04.2016 wird der Mais gelegt. Hier fährt der Landwirt mit der Maisdrille genau über die zuvor während der Düngung gelockerten Streifen und legt die Maiskörner in einem regelmäßigen Abstand ab. Dieser Abstand kann von Sorte zu Sorte unterschiedlich sein. Auf dem Bild sieht man, dass die Körner in einem Abstand von 15cm abgelegt sind. Der Abstand zwischen den Reihen beträgt meistens 75cm.

Das Maiskorn bekommt bei der Aussaat noch einen weiteren Dünger in die Erde gelegt. Im folgenden Bild rot eingekreist. Dieser wird 5cm unter und 5cm neben dem Saatkorn gelegt.

Lage des mineralischen Düngers

2 Wochen nach der Aussaat...

Das Korn

Am 04.05.2016 ist das folgende Foto entstanden:

Der Keimling

Der Mais liegt nun zwei Wochen in der Erde und keimt, trotz niedriger Temperaturen in diesem Jahr (< 6°C). Auf dem Bild sieht man die ersten Wurzeln der zukünftigen Maispflanze und der Keimling schiebt sich langsam Richtung Oberfläche bzw. dem Licht entgegen.

Warum sind die Saatkörner vom Mais rot-orange?

Normalerweise haben Maiskörner die Farbe gelb. Wenn sie geerntet werden, leuchten die Maiskörner oft schon an der Maispflanze durch die Lieschblätter, die den Kolben und somit die Körner schützen. Für die Aussaat wird das Saatgut vorher mit einer sogenannten Beize behandelt. In der Beize sind Pflanzenschutzmittel enthalten, die zunächst das Korn vor Pilzen und Tieren schützen, damit sie das Korn nicht auffressen oder kaputt machen. Weiterhin schützt die Beize den Keimling und hilft im die ersten Tage und Wochen im Boden gesund zu überstehen.

Hier erhaltet ihr eine Übersicht zur Lage der Gülle (grüner Kreis) und zum darüber liegenden Saatkorn (roter Kreis). Das Korn liegt etwa 5cm unter der Erdoberfläche. Weitere 6cm darunter liegt das sogeannte Nährstoffdepot, die Gülle.

Lage des Nährstoffdepots

3 Wochen nach der Aussaat...

Die kleine Maispflanze

Am 11.05.2016 ist das folgende Foto entstanden:

Zwischen der vorherigen Zwischenfrucht erblickt der Mais das Licht der Welt

Der Keimling hat vor zwei Tagen das Licht der Welt erblickt. Die Maispflanze entwickelt sich Dank warmer Temperaturen prächtig. Die Ausbildung der Wurzeln und die Entwicklung des Keimlings der Pflanze schreiten weiter voran. Der Boden ist recht trocken, aber in tieferen Schichten ist noch Feuchtigkeit vorhanden.

Drei Wochen nach der Saat

5 Wochen nach der Aussaat...

Die erste und vermutlich einzige Pflanzenschutz-Maßnahme erfolgt

Nicht nur der Mais wächst 35 Tage nach der Aussaat munter weiter, sondern auch das Unkraut beginnt zu sprießen.In der Mitte des Bildes seht ihr eine Maispflanze. Im Vordergrund und neben den Maispflanzen könnt ihr das Unkraut sehen.

Mais und das "liebe" Unkraut

Das Unkraut nimmt dem Mais wichtige Nährstoffe und Licht (wenn es größer wird) weg und wird deshalb durch eine so genannte Herbizidmaßnahme ausgeschaltet. Das Pflanzenschutzmittel, Herbizid, ist speziell ausgewählt und tötet nur die vorhandenen Unkräuter ab. Auch der Zeitpunkt der Anwendung wurde entsprechend gewählt. Die Unkräuter müssen groß genug sein, um möglichst viel von dem Pflanzenschutzmittel aufzunehmen. Sie dürfen allerdings nicht übermäßig groß sein, denn dann würden sie den Mais schon beim Wachstum enorm einschränken und der Landwirt müsste eine größere Aufwandmenge, also mehr Pflanzenschutzmittel ausbringen. Die Maispflanze wird von dem Mittel nicht beschädigt und kann in Ruhe weiter wachsen. Die Pflanzenschutzmaßnahmen werden mit einer Pflanzenschutzspritze ausgebracht. Im unteren Bild seht ihr eine angehängte Spritze. Die Spritzen gibt es in verschiedenen Variationen und Farben. Erste Pflanzenschutzmaßnahme im Mais

 

6 Wochen nach der Aussaat...

Die Maispflanze wächst

Am 03.06.2016 ist das folgende Foto entstanden:

Der Mais wächst

Im Verhältnis zur fast kniehohen Maispflanze, verliert das Maiskorn an Größe. Dank der gut ausgebildeten Wurzeln zeigt sich die Maispflanze in einem saftigen Grün und ist sehr vital, d.h. das die Maispflanze die Jugendentwicklung gut überstanden hat und den Dünger zu Blattmasse verarbeitet hat. Im Hintergrund sieht man den Boden. Die oberste Schicht ist sehr trocken, aber in tieferen Schichten befinden sich noch Wasserreserven, die von der Maispflanze über die Wurzeln erreicht werden. Die Witterung war in den letzten Tagen warm. Ab und zu gab es ein Regenschauer, allerdings sind die Unwetter an diesem Standort ausgeblieben. In den nächsten Tagen würde sich der Mais über Wasser freuen.

Die Maisreihen sind frei von Unkraut

Die Herbizidmaßnahme hat gewirkt und die Zwischenräume zwischen den Maisreihen sind sauber. Nur Reste von der Zwischenfrucht, die vor dem Mais auf dem Acker über den Winter hinweg stand, sind noch vorhanden. Durch den Schatten dieser Reste wird das Unkraut zusätzlich leicht unterdrückt.

8 Wochen nach der Aussaat...

Die Reihen schließen sich

Folgende Bilder sind am 17.06.2016 und somit ca. acht Wochen nach der Aussaat entstanden.

Große Maispflanze

Der Mais wächst bei optimalem Wetter weiter. Es gibt Regenperioden, aber auch Sonnenschein und die Temperaturen pendeln zwischen 16°C und 22°C. Genau das Wetter, das der Mais jetzt braucht. Die Blattmasse der Pflanzen breitet sich aus. Einige Reihen sind nicht mehr zu erkennen. Die Zwischenfrüchte verrotten weiter,  bedecken aber weiterhin die Oberfläche zwischen den Reihen sichtbar, so dass das Unkraut zurück gehalten wird. Da der Mais fast so groß ist, dass der komplette Boden mit Schatten bedeckt ist, ist das Auflaufen der Unkrautsamen schwer möglich. Des Weiteren bildet der Mais ordentliche Standwurzeln in alle Richtungen aus, so dass er nicht so schnell umknickt.

Wurzelausbildung  Ein Blick in die Reihe

15 Wochen nach der Aussaat...

Es blüht…

Am 08.08.2016 ist das folgende Foto entstanden:

Der Mais wächst

Der Mais hat seine endgültige Größe erreicht. Die Blüte neigt sich dem Ende zu. Die Maiskolben sind ausgebildet und werden durch die Befruchtung mit Körnern gefüllt. Aus dem kleinen Maiskorn ist eine große Pflanze (teilweise größer als 2,50m) geworden, die wiederum kleine Maiskörner erzeugt und somit als Futter für Tiere nach der Abreife zur Verfügung steht.

Der männliche Blütenstand

Der Mais hat beide Geschlechter an einer Pflanze. Die männliche Blüte (s. oben) bezeichnet man als Fahne. Sie wächst am oberen Ende der Maispflanze und gräulich. Die weibliche Blüte (s. unten) entsteht an der Pflanze am Ende des Kolben und sehen aus wie Haare. Sie setzen sich aus einzelnen Fäden zusammen und ergeben ein kleines Büschel. Aus jedem einzelnen Faden entsteht ein Maiskorn. Der Kolben ist von so genannten Lieschblättern geschützt. Durch den Schutz kann der Mais die Kolben mit ihren Körnern entwickeln und geschützt abreifen.

Die weibliche Blüte

19 Wochen nach der Aussaat...

Hurra, hurra die Körner sind da

Folgende Bilder sind am 31.08.2016 und somit 19 Wochen nach der Aussaat entstanden.

Maiskolben

Der Mais wächst weiter. Die Kolbenausbildung ist abgeschlossen. Leider gibt es dieses Jahr oft mehrere Ansätze von Kolben an einer Maispflanze. Am besten ist es, wenn ein großer und gutausgebildeter Kolben an einer Maispflanze wächst. Gutausgebildet ist ein Maiskolben, wenn die Körner vom Kolbenansatz bis zur Kolbenspitze vollständig ausgebildet sind. Durch verschiedene Umwelteinflüsse kann es zu Fehlbildungen kommen. Fehlbildungen können durch eine nicht-vollständige Befruchtung der einzelnen Körner erfolgen oder wenn zwei Maiskolben an einer Austrittstelle wachen. Hier nehmen sich die Kolben gegenseitig wichtige Nährstoffe weg und werden beide nicht korrekt weiter entwickelt.

Maiskörner am Kolben

Zwischen den Maisreihen ist fast kein Unkraut zu sehen. Durch die gute und nahezu vollständige Beschattung durch die Maispflanzen haben Unkrautsamen keine Chance zu Keimen bzw. Unkrautpflanzen keine Chance sich weiter zu entwickeln. Die Zwischenfrucht, die auf dem Feld verblieben ist, ist gut verrottet und wurde somit in Humus und Nährstoffe umgewandelt.

Zwischen den Reihen

Die Wurzeln bieten der Maispflanze einen festen Halt und wirken so einer Anfälligkeit gegen ungünstige Witterung entgegen.

Wurzelausbildung

21 Wochen nach der Aussaat...

Ist der Mais schon reif?

Nein, dieses Feld ist für die CCM-Ernte noch nicht reif, denn sonst würde man auf nachfolgendem Bild (entstanden am 14.09.2016) einen schwarzen Punkt am Anfang des Korns sehen. Dieser Punkt dient der Reifebestimmung.

Kurz vor der Reife

Die Pflanzen auf diesem Feld sehen (noch) gut aus. Sie stehen kurz vor der Abreife. Die Ernte ist für den 05.10.2016 geplant.

Der Mais wächst

Bis dahin werden die Körner noch härter und trocknen ab. Auf einigen Flächen hat der Mais dieses Jahr stark unter der Trockenheit in den vergangenen Wochen gelitten und ist in sich zusammen gefallen. Viele Maisflächen sind bereits abgeerntet, wobei es sich bei dem Mais um Maissilage handelt. Hier wird die ganze Pflanze als Futtergrundlage für Kühe und Rinder verwendet. Der Mais der auf der Fläche des Tagesbuches wächst ist für Mastschweine bestimmt. Aus den Körnern wird Corn Cob Mix (CCM) gemacht. Hierfür werden nur die Kolben geerntet und ausgedroschen. Die körner werden gemahlen und in einem Fahrsilo einsiliert.

22 Wochen nach der Aussaat...

Die Ernte

Folgende Bilder sind am 25.09.2016 und somit 22 Wochen nach der Aussaat entstanden. Um genau zu sein befand sich der Mais 158 Tage in der Erde – von der Aussaat bis zur Ernte.

Die Ernte

Die Ernte wurde auf Grund der anhaltenden Trockenheit in diesem Jahr um eine Woche nach vorne verschoben. Der Mais ist nun reif und die Maisernte kann beginnen. Der Mähdrescher ist mit einem Maisgebiss aufgestatt, das für jede Reihe einen Einzug hat. Die Kolben werden gepflückt und in dem Mähdrescher ausgedroschen, sodass die Körner sich in dem Korntank sammeln können. Die restliche Maispflanze wird schon in dem Anbaugerät für die Maisernte, dem Maisgebiss, zerkleinert und verbleibt auf dem Feld. Die Körner werden in einer Mühle gemahlen und auf Anhänger verladen, die die Ernte zum Silo fahren. Dort wird das Maismehl verteilt und festgefahren. Anschließend wird das Silo mit mindestens einer Folie überzogen und luftdicht verschlossen. So wrid der Corn Cob Mix (CCM) lagerfähig gemacht und konserviert. Nach zwei bis vier Wochen kann der Silo geöffnet werden und der CCM an die Schweine verfüttert werden.

22 Wochen nach der Aussaat...

Und nach der Ernte…

… werden die Maisstoppeln gemulcht. Hier werden die Stoppeln und die Überreste auf dem Feld zerkleinert. Dieser Arbeitsgang dient der Verrottung der Pflanzenteile und der Schädlingsbekämpfung. Der Maiszünsler nistet sich in die Überreste der Stoppeln ein und kann in den Stoppeln überwintern, auch unter der Erde. Damit dieser Schädling keine Überdauerungsmöglichkeit hat, werden die Stoppeln zerkleinert, somit das Winterquatier des Schädlings zerstört und der Schädling bekämpft.

Maiszünslerbekämpfung